Symposium

absahnen 2012 und hedonism revisited 2012

Programm_abarbeit

Dem Morgenrot entgegen? Dem Morgenrot entkommen!

Symposium ohne  Podium mit Guillaume Paoli (ehemals glücklich Arbeitsloser und weiterhin Philosoph)

Moderation: Nahla Küsel

28. April 2011 / 19:00 / A und V / Lützner Str. 30

Die scheinbar alles durchdringende neoliberale Selfmade-Ideologie findet ihr Gegenstück in der konservativen Sehnsucht nach vollbeschäftigter (abhängiger) Arbeit. Diese ungleichen Schwestern  gehören zusammen und bilden den schmalen Korridor oder das Minenfeld, in dem sich Lebens-  bzw. individuelle Tätigkeits-Entwürfe überhaupt platzieren lassen. Die Veranstaltung unternimmt den Versuch einer Archäologie der Arbeitsideologien und macht sich auf die Suche nach dem geeigneten Tanzschritt für das Minenfeld. Kein ideologiegeschichtlicher Abriss, sondern eine Untersuchung des eigenen ideologischen Gepäcks ist das Ziel des Abends.

 

 

 

Off-Center

Vernissage

27. April 2011 / 21:00 / Praline / Lützner Str. 39

 

Die Arbeit von Marike Schreiber und Yvonne Anders nimmt Bezug auf Ulf Puders Skulptur „Landgang“ vor dem Jobcenter Leipzig

 

 

 

Creative Mass

Einführung: Die KünstlerInnen sind anwesend (Performance A und V)

Moderation: Boris Krumnow

3. Mai 2011 / 19:00 / A und V / Lützner Str. 30

 

Zwischen prekärer Selbstentfaltung und heimlicher Karrieresehnsucht, zwischen linker Askese und demonstrativ vor sich her getragener Selbstausbeutung findet das (Arbeits)leben der kreativen „Postproletarier“ statt: Flexible Arbeitszeiten, die keinen Feierabend mehr erlauben, flexible Personalkonstellationen, die keine Freundschaften, sondern nur noch „Kontakte“ kennen, flexible Bezahlung, die oftmals einfach aus einer großen Portion Anerkennung besteht – wer sich beschwert, hat verloren.

Ist das schon neoliberal oder doch ein Teil der Lösung? Erzählen wir das Märchen von der Selbstbestimmung nur weiter oder tun wir das Wichtige im Falschen?

Arbeit am Lebensentwurf

Einführung: Texte von Leipziger Kompetenzträger_innen

Moderation: Kathrin von Ow

6. Mai 2011 / 19:00 / A und V / Lützner Str. 30

Selbstverwirklichung ist ein zentraler Begriff in zeitgenössischen Konzeptionen von Lebensgestaltung. Doch egal ob Kochen, Kunst oder Kommunismus: es macht nicht immer nur Spaß. Burnout oder gar Tod durch Selbstverwirklichung steht auf der Tagesordnung. Karoshi ist nicht nur eine Perspektive für japanische Führungskräfte…

Was kann uns retten – Desertion, Dissertation, linke Burnoutworkshops, Kritik an der Selbstverwirklichungsideologie?

After Work Party

6. Mai 2011 / 21:00 / Goldener Bürgersteig / Lützner Str. 23

Mit : DJ Grex, DJ Katrin und Susi, DJ Bubble,


 

 

The Old School of Capitalism

ein Film von Želimir Žilnik

12. Mai 2011 / 20 Uhr / LURU Kino / Spinnereistr. 7

Serbien in der Zeit der postkommunistischen Transformation: Ein Unternehmer, der sich weigert, seine Arbeiter auszuzahlen wird von einer Gruppe Anarchisten entführt. Das Bossnapping scheitert, weil die Arbeiter sich auf neuerliche Versprechungen des Unternehmers einlassen. Was lernt man also in der alten Schule des Kapitalismus?


 

 

Work on Progress

19. Mai 2011 / 19:00 / linXXnet / Bornaische Str. 3d

 

Manche von uns entscheiden sich für einen Lebensentwurfs als linke Aktivist_innen, andere für ein temporäres Engagement und kehren dann in das „normale“ Leben zurück: Resignation, Karriere, Familie.

Die Arbeitsgruppe Arbeit lädt zu einer (weiteren?) Reflektion über das Tätigsein in linken Zusammenhängen ein. Thema der offenen Gesprächsrunde: Kritische Diskussion von Motivationsmustern, Formen der Arbeitsteilung und Rollenmodellen in der linken Praxis.

Kommentar aus einem Gesprächsprotokoll der AGA: „Hedonismus kann man ja mal weglassen…“


 

Sollbruchstelle

ein Film von Eva Stotz

20. Mai 2011 / 20 Uhr / LURU Kino / Spinnereistr. 7

Der Vater der Filmemacherin verliert nach vierzig Jahren in demselben Unternehmen seinen Arbeitsplatz. Erfolgreich kann er sich gegen seine Entlassung wehren, wird jedoch ohne Aufgabe in ein leeres Büro abgeschoben, in dem er neun Monate ausharrt. Eva Stotz nimmt den Vorfall zum Anlass, in ihrem Dokumentarfilm den Begriff der Arbeit in der heutigen Gesellschaft zu hinterfragen.


Graffittispaziergang

28.05.2011, 14 Uhr, Treffpunkt: Jobcenter, Robert-Schumann-Straße 150, Haupteingang.

Graffiti prägen das Erscheinungsbild westlich-kapitalistisch orientierter Städte und werden dennoch oft übersehen. Sie verkörpern den ebenso zeitlosen wie zweifelhaften Traum ihrer amerikanischen Herkunft und erzählen uns gleichsam lokale Geschichten von Individualismus und Anonymität.

In einem Stadtspaziergang rund um das Leipziger Arbeitsamt untersucht das Graffitimuseum den Begriff der Arbeit in und an Graffiti.

Wir verweisen auch auf die Veranstaltungen zum Thema „jenseits von Arbeitswahn und Staatsfetisch“ des 1.Mai-Bündnisses. Nähere Informationen unter http://mayday2011.blogsport.eu/

siehe auch:       www.aundv.org

www.graffitimuseum.de

www.luru-kino.de

www.praline-leipzig.de

die Symposiumswoche Abarbeit wird veranstaltet von:

A und V Projekt- und Hörgalerie, Kulturbahnhof Markkleeberg, Kunstraum Praline, Roter Baum e.V.